Der Heizölpreis ist am heutigen Donnerstag um ca. € -0,80 pro 100 Liter gefallen. Eine Lieferung von 3.000 Ltr. Premium Heizöl EL (extra leicht + schwefelarm) in Hamburg (PLZ 21107 - Tanklagergebiet) kostet heute EUR 72,11 pro 100 Liter bzw. in der Gesamtsumme rund EUR 2.163,-. Alle genannten Heizölpreise verstehen sich zur Orientierung als Richtpreis pro 100 Ltr. inkl. 19% MwSt. und frei Haus.* (Jahresdurchschnittpreise Heizöl: Ø-2018: € 70,35 / Ø-2017: € 58,12 / Ø-2016: € 50,32 / Ø-2015: € 59,20).

Heizölpreis für Hamburg-Wilhelmsburg (21107) bei Abnahme von 3.000 Ltr. Premium Heizöl
Datum ∅-Preis inkl. 19% MwSt. Gesamtsumme Tendenz zum Vortag
23.05.19 72,11 € pro 100 Ltr. 2.163,- € für 3.000 Ltr. ↘️ -0,80 € pro 100 Ltr.

Aktuelle Ölpreisentwicklung:
Der Preis für Rohöl der meistgehandelten US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am gestrigen Mittwoch nach Veröffentlichung von bearishen US-Lagerbestandsdaten um -1,71 US-Dollar je Barrel auf die Marke von 61 US-Dollar gefallen. Gemäß aktuellen Zahlen des Department of Energy nahmen neben den Beständen an Rohöl auch die Benzin- und Destillatbestände zu. Am heutigen Donnerstag setzt der Ölpreis die aktuelle Talfahrt weiter fort und notiert der Ölpreis etwas leichter knapp unterhalb der Marke von insgesamt 61 US-Dollar. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte WTI 60,90 US-Dollar. Das waren -0,52 US-Dollar je Barrel weniger als am Mittwochabend (Schlusskurs: 61,42 US-Dollar) in New York.

Bullishe (preistreibende) Faktoren führen zu steigenden Heizölpreisen
+ Ausfall der Forcados Pipeline in Nigeria
+ Ölproduktion in der Nordsee nimmt ab
+ OPEC spricht sich für Verlängerung der Produktionskürzungen aus
+ Spannungen zwischen USA und Iran spitzen sich weiter zu

Bearishe (preisdrückende) Faktoren führen zu fallenden Heizölpreisen
- Kasachstan steigert Ölförderung am Kashagan Ölfeld
- Irak erhöht Produktion am West Qurna 1 Ölfeld
- Zunahme von Rohöl-, Benzin- und Destillatbeständen in den USA gem. DOE
- USA und China belegen sich gegenseitig mit noch höheren Strafzöllen
- Schieferölboom in den USA zeichnet sich ab

Marktlage
Die anhaltenden Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe, die vermutlich über Juni hinaus verlängert werden, sorgen seit Jahresanfang für eine knappe Versorgungslage. In Verbindung mit den Sanktionen der USA ist dies der Hauptgrund für die Preissteigerung bei der Ölsorte Brent um über 30% im laufenden Jahr. Doch die steigenden Bestände in den USA widersprechen der Vorstellung einer knappen Marktversorgung. Die US-Vorräte an Rohöl sind erneut und entgegen den Erwartungen gestiegen. Diese haben nunmehr das höchste Niveau seit Juli 2017 erreicht. Auch die Bestände bei Destillaten (Heizöl & Diesel) und Benzin nahmen zu, obwohl die Raffinerieauslastung sank. Bei der Produktnachfrage zeigt sich noch immer kein klarer Anstieg, die mit knapp 19,7 Mio. B/T deutlich unter Vorjahresniveau (20,7 Mio. B/T) liegt. Auch die Gesamtbestände, die Rohöl und alle Produktkategorien einschließen, kletterten um beachtliche +16,8 Mio. Barrel, während die Ölförderung um +0,1 auf 12,2 Mio. B/T zulegte. Seit Jahresbeginn sind die US-Rohölbestände damit bereits um etwa 37 Mio. Barrel angestiegen, was den Kontrast zum Preisanstieg an den Ölbörsen offenlegt. Auch wenn die bullishe Wirkung der geopolitischen Risiken mit den Spannungen zwischen USA und Iran, den Versorgungsproblemen durch US-Sanktionen sowie der Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe nicht von der Hand zu weisen sind, so wurden diese von den bearishen Bestandsdaten des Department of Energy (DOE) ausgekontert.

Auswahl von aktuellen Ölpreisprognosen 2019
21.05.19 - Der Analyst Martijn Rats von Morgan Stanley geht davon aus, dass die Ölpreise im Verlauf des Jahres schlussendlich steigen werden. Während auf der einen Seite zwar eine Angebotsschwäche auszumachen ist, gebe es auch bedeutende Angebotsrisiken. Zudem werde die Nachfrage im zweiten Halbjahr saisonal bedingt zunehmen. Daher rechnet Rats damit, dass die Preise von dem derzeit "gesunden" Niveau von 70 US-Dollar pro Barrel ansteigen werden. Zu den Angebotsrisiken zählt Rats beispielsweise einen möglichen weiteren Produktionsrückgang im Iran in Venezuela oder aber auch in Libyen. Auf der Seite der Nachfrage habe vor allem die OECD-Nachfrage im März mit einem Rückgang um -0,6 Mio. B/T auf Jahressicht geschwächelt, in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Nachfrage jedoch verglichen mit dem ersten Halbjahr allein jahreszeitlich bedingt (höhere Nachfrage nach Kraftstoffen für den Transportsektor) um etwa 1 Mio. B/T zunehmen.

02.05.19 - Die Analysten von JP Morgan gehen in den kommenden Monaten insgesamt von steigenden Ölpreisen aus. Laut JP Morgan Analyst Christyan Malek könnte sich der Preis für Brent sogar wieder der Marke von 80 US-Dollar pro Barrel annähern. Für das erste Halbjahr hatte man bei JP Morgan für Brent eine Preisspanne zwischen 65 bis 75 US-Dollar pro Barrel angesetzt. Wie von den Analysten erwartet, seien nun die US-Sanktionen gegen den Iran verschärft worden, und auch die Produktionskürzungen der OPEC dürften im zweiten Halbjahr fortgesetzt werden, so Malek. Die Antwort der OPEC auf die verschärften Iran-Sanktionen werde im Juni mäßiger ausfallen noch im letzten Jahr, als Saudi-Arabien seine Produktion vorübergehend wieder deutlich gesteigert hatte und bis zu 11 Mio. B/T förderte. Da die Nachfrage im Sommer zudem steigen dürfte, könnte der Brent-Preis bis in den Bereich von 80 US-Dollar pro Barrel steigen. Was die venezolanische Ölproduktion angeht, rechnet Malek für 2019 trotz der zunehmenden Unruhen eine Stabilisierung auf einem Niveau von etwa 500.000 bis 600.000 B/T. Im Falle eines Regimewechsels werde das staatliche venezolanische Ölunternehmen PdVSA seine Produktion mittelfristig - innerhalb von 2 bis 3 Jahren - bis auf etwa 1 Mio. B/T steigern können, danach eventuell noch auf 1,5 Mio. B/T.

Hier erhalten Sie bei Interesse weitere Hintergrundinformationen über die Ölpreisentwicklung und eine aktuelle Ölpreisprognose.

Erläuterung: West Texas Intermediate (WTI) ist die weltweit am stärksten nachgefragte Rohölsorte mit geringem Schwefelgehalt (Light Sweet Crude) und der NYMEX Light Sweet Crude Future ist der meistgehandelte Rohstoffkontrakt der Welt.

* Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich unsere Heizölpreise im Großraum Hamburg regional (z.B. Altona, Blankenese, Othmarschen, Rissen, Bergedorf, Eimsbüttel, Harburg, Wandsbek, Ahrensburg, Seevetal und Rosengarten) unterscheiden und auch von anderen Parametern (wie z.B. Liefertermin, Schlauchlänge, Zahlungsart etc.) abhängig sind. Zudem ändert sich der Heizölpreis in Hamburg aufgrund der oftmals volatilen Ölpreis- und Devisenentwicklung mehrmals am Tag, so dass die hier genannten Preise nur eine unverbindliche Momentaufnahme und insbesondere keine Aufforderung zum Kauf darstellen. Erfahren Sie dazu bei Interesse hier mehr.