Der Heizölpreis ist am heutigen Dienstag um ca. € +0,14 pro 100 Liter gestiegen. Eine Lieferung von 3.000 Ltr. Premium Heizöl EL (extra leicht + schwefelarm) in Hamburg (PLZ 21107 - Tanklagergebiet) kostet heute EUR 66,60 pro 100 Liter bzw. in der Gesamtsumme rund EUR 1.998,-. Alle genannten Heizölpreise verstehen sich zur Orientierung als Richtpreis pro 100 Ltr. inkl. 19% MwSt. und frei Haus.* (Jahresdurchschnittspreise Heizöl: Ø-2019: € 68,59 / Ø-2018: € 70,35 / Ø-2017: € 58,12 / Ø-2016: € 50,32 / Ø-2015: € 59,20).

Heizölpreis für Hamburg-Wilhelmsburg (21107) bei Abnahme von 3.000 Ltr. Premium Heizöl
Datum ∅-Preis inkl. 19% MwSt. Gesamtsumme Tendenz zum Vortag
20.08.19 66,60 € pro 100 Ltr. 1.998,- € für 3.000 Ltr. ↗️ +0,14 € pro 100 Ltr.

Aktuelle Ölpreisentwicklung:
Der Preis für Rohöl der meistgehandelten US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am gestrigen Montag nach versöhnlichen Tönen aus den USA in Richtung China wegen des andauernden Handelsstreits um +1,34 US-Dollar je Barrel auf die Marke von 56 US-Dollar angestiegen. Am heutigen Dienstag notiert der Ölpreis noch nahezu unverändert vei der Marke von rund 56 US-Dollar. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte WTI 56,11 US-Dollar. Das waren nur -0,10 Dollar je Barrel weniger als am Montagabend (Schlusskurs: 56,21 US-Dollar) in New York.

Bullishe (preistreibende) Faktoren führen zu steigenden Heizölpreisen
+ Analysten rechnen mit Abbauten bei den Rohölbeständen in den USA
+ USA bewegen sich im Handelsstreit auf China zu
+ Angriff der Houthi Rebellen auf ein saudisches Ölfeld
+ USA weichen geplante Strafzölle gegen China auf
+ Saudi-Arabien kürzt Ölexporte im September um -0,7 Mio. B/T
+ Spannungen mit Iran
+ USA haben Sanktionen gegen Venezuela verschärft

Bearishe (preisdrückende) Faktoren führen zu fallenden Heizölpreisen
- Bearische Monatsreports von OPEC und Energy Information Administration (EIA)
- Schlechte Konjunkturdaten und US-Zinskurve schüren Rezessionsängste
- Schieferölproduktion steigt in den USA im August schneller als erwartet
- Handelsstreit zwischen USA und China

Marktlage
Die aktuelle anhaltend wirtschaftlich schwierige Konstellation führt zu einer Schwächung des Ölpreises. Nachdem die EIA und IEA bereits zuvor ihre Erwartungen für das Ölnachfragewachstum nach unten korrigierten, folgte am Freitag auch ein bearischer Monatsreport der OPEC. Die Prognose für die Entwicklung 2020 wurde zwar unverändert belassen, in 2019 rechnet man nun aber mit einer um -0,04 Mio. B/T niedrigeren Ölnachfrage und setzt das Nachfragewachstum mit +1,1 Mio. B/T an. Vor allem zeigen die Daten der OPEC für Juni eine extrem starke Überversorgung, denn die Bestände der OECD sollen um ganze +31,8 Mio. Barrel zugenommen haben, was einer Überversorgung von rund +1,06 Mio. B/T entsprechen würde. Die Vorräte der OECD-Länder sollen damit sage und schreibe 67 Mio. Barrel über dem 5-Jahresdurchschnitt liegen, der von der OPEC früher als Zielvorgabe in Bezug auf die Balance des Marktes herangezogen wurde. Das Kartell sieht mit dem Brexit und dem noch immer nicht gelösten Handelsstreit zwischen USA und China sogar noch weitere Risiken für die Ölnachfrageentwicklung im kommenden Jahr, die noch nicht eingepreist sind. Diese Aussicht des Kartells sorgt nicht gerade für eine bullishe Erwartungshaltung der Marktteilnehmer, denn Saudi-Arabien förderte mit 9,7 Mio. B/T bereits rund 0,6 Mio. B/T unter der eigentlichen Quote. Fraglich ist, wie lange die Saudis bereit sein werden freiwillig deutlich mehr vom Markt zu nehmen als vereinbart, während klar ist, dass es ohne eine stärkere Produktionskürzung der OPEC+ Gruppe nicht möglich sein wird, den Markt im kommenden Jahr ins Gleichgewicht zu bringen. Am Wochenende hat der wirtschaftliche Berater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, neue Gespräche zwischen den USA und China binnen der nächsten 10 Tage in Aussicht gestellt. Diese sollen die "positiven" Unterredungen der letzten Tage fortsetzen. Trump hingegen äußerte sich weniger optimistisch. Auch wenn er glaube, dass Peking bereit sei eine Vereinbarung zu treffen, sei er "jetzt noch nicht bereit einen Deal zu schließen", so Tumps Kommentar vom Wochenende. Dennoch scheint es wieder Zeichen einer Annäherung zu geben, wobei dieses Thema schon das gesamte Jahr wieder ein Hin und Her ist. In Saudi-Arabien haben unterdessen Kämpfer der Houthis aus dem Jemen das Shaybah Ölfeld, eines der größten Saudi-Arabiens angegriffen. Durch den Drohnenangriff soll es zu einem Feuer gekommen sein, die Ölproduktion sei aber nicht betroffen, heißt es aus Saudi-Arabien. Dennoch hat der Angriff auf das Ölfeld mit einer Kapazität von rund 1 Mio. B/T das geopolitische Risiko wieder steigen lassen. Die Houthis könnten, wie schon in der Vergangenheit, wieder vermehrt Angriffe auf die Anlagen der Saudis vornehmen. Zudem dürften die Spannungen mit dem Iran wieder zunehmen, die die Houthis unterstützen.

Auswahl von aktuellen Ölpreisprognosen 2019
19.08.19 - Auch wenn viele Experten die Gefahr einer Rezession gegebem sehen, die einem deutlichen Anstieg der weltweiten Rohölnachfrage in 2020 entgegensteht, sehen die Analysten der UBS den Ölpreis im kommenden Jahr fester. Nach den jüngsten Monatsberichten von EIA, IEA und OPEC sollte man für 2020 eigentlich mit einer Überversorgung rechnen, doch bei der UBS glaubt man, dass die OPEC und Russland die Ölpreise weiter stützen werden, auch wenn der globale Energiebedarf sinkt. Saudi-Arabien hatte die Ölproduktion im Juli noch einmal gekürzt und damit signalisiert, dass die Förderung auch im August und September niedrig bleiben werde. Hinzu komme, dass sich die geringeren Investitionen aus 2014, als man sich nach dem Ölpreiseinbruch in 2014 zurückhält, eine Versorgungslücke in 2020 reißen wird. Die Bänker sehen den Durchschnittspreis für die Ölsorte Brent in 2019 bei 65,82 US-Dollar. In 2020 soll er dann sogar auf 71 US-Dollar steigen und in 2021 auf 72 US-Dollar. Aktuell notiert der Preis für Brent bei rund 59 US-Dollar je Barrel.

06.08.19 - Analysten der Ratingagentur Fitch haben ihre Ölpreisprognosen für den Preis der Nordsee-Rohölsorte Brent für das laufende und die kommenden beiden Jahre gesenkt. Als Begründung nennen auch sie die weltweiten Handelskonflikte. "Die weltweiten Handelsspannungen tun den Ölpreisen merklich weh, indem sie sowohl die Stimmung am Markt und auch die physische Nachfrage nach Öl untergraben," so die Analysten. Daher rechnen sie für 2019 mittlerweile nur noch mit einem Brent-Preis von durchschnittlich 67 US-Dollar pro Barrel. 2020 und 2021 soll ein Barrel der Nordsee-Referenzsorte dann 65 beziehungsweise 61 US-Dollar pro Barrel kosten. Vor allem für die nächsten beiden Jahre wurden die Preisprognosen somit deutlich gesenkt. Zuvor hatte man für 2020 mit einem Durchschnittspreis von 76 US-Dollar und für 2021 mit 80 US-Dollar pro Barrel gerechnet. Für das laufende Jahr war man von einem Preis von 70 US-Dollar ausgegangen.

Hier erhalten Sie bei Interesse weitere Hintergrundinformationen über die Ölpreisentwicklung und eine aktuelle Ölpreisprognose.

Erläuterung: West Texas Intermediate (WTI) ist die weltweit am stärksten nachgefragte Rohölsorte mit geringem Schwefelgehalt (Light Sweet Crude) und der NYMEX Light Sweet Crude Future ist der meistgehandelte Rohstoffkontrakt der Welt.

* Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich unsere Heizölpreise im Großraum Hamburg regional (z.B. Altona, Blankenese, Othmarschen, Rissen, Bergedorf, Hamm, Harburg, Wandsbek, Wedel, Ahrensburg, Volksdorf, Tonndorf, Bendestorf, Jesteburg, Hittfeld, Seevetal und Rosengarten) unterscheiden und auch von anderen Parametern (wie z.B. Liefertermin, Schlauchlänge, Zahlungsart etc.) abhängig sind. Zudem ändert sich der Heizölpreis in Hamburg aufgrund der oftmals volatilen Ölpreis- und Devisenentwicklung mehrmals am Tag, so dass die hier genannten Preise nur eine unverbindliche Momentaufnahme und insbesondere keine Aufforderung zum Kauf darstellen. Erfahren Sie dazu bei Interesse hier mehr.