Abrigado: Neuer Standort Buxtehuder Straße in Frage gestellt

Das „Abrigado“ auf dem Schwarzenberg soll weg. Foto: Bittcher
Das „Abrigado“ auf dem Schwarzenberg soll weg. Foto: Bittcher

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Harburg. Die Baugenehmigung ist erteilt. Noch in diesem Jahr soll mit dem „Neubau von Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende und einer Drogenberatungsstelle“ auf dem Grundstück Buxtehuder Straße begonnen werden. Das hat Bezirksamtsleiter Christian Carstensen in der Bezirksversammlung noch einmal bestätigt. Doch dann fügte er an: „Ob dann tatsächlich die Drogenhilfe da reinkommt, wird sich zeigen.“

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Damit hat die Diskussion über die Zukunft des „Abrigado“ eine neue Dimension. Nach den Schüssen im Umfeld der Einrichtung hatte der massive und andauernde Protest von Anwohnern und Elternvertreter der Schule am Park und des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums (ReBBZ) die Abgeordneten der Bezirksversammlung dermaßen beeindruckt, dass sie einen sofortigen Umzug des „Abrigado“ forderten. Und zwar einstimmig!

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Noch ist nicht klar, ob sich die vorgeschlagenen Alternativstandorte wie die Flüchtlingsunterkunft Schlachthofstraße oder das ehemalige Grundstück des Landesamts für Verkehr am Großmoordamm (auch „TÜV-Gelände genannt) für eine Zwischennutzung des „Abrigados“ eignen. Außerdem: Wenn 2028 der Neubau an der Buxtehuder Straße 31 fertiggestellt ist, soll die Zwischenlösung beendet werden und das „Abrigado“ dorthin umziehen. So der Plan der Sozialbehörde.

Für  Anwohner und Elterninitiative ist das keine Lösung. Der neue Standort wäre in der Luftlinie nicht einmal 230 Meter vom jetzigen Abrigado entfernt. Für Kriminelle, die Streit suchen, sei das wohl kein Hindernis.

Bezirkspolitik denkt über neuen Standort nach

Inzwischen scheint auch die Bezirkspolitik umzudenken. „Die Akzeptanz für diesen neuen Standort des Abrigados hat offenbar gelitten“, sagt Sarah Pscherer, Co-Fraktionschefin bei den Grünen. Für die Entscheidungsträger in den Behörden sei der Druck gestiegen. CDU-Fraktionschef Rainer Bliefernicht befürwortet den Standort Buxtehuder Straße durchaus, „aber nur, wenn es um den Neubau von Wohnungen geht“. Die würden dringend gebraucht. Die Drogenhilfe sollte aber woanders in. „Da muss eine andere Dauerlösung gefunden und auch die Finanzierung geklärt werden“, sagt Bliefernicht. Im Moment sei wichtiger, dass der sofortige Umzug weg vom Schwarzenberg schnell umgesetzt werde.

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Für FDP-Co-Fraktionschef Dirk Kannengießer steht auch im Vordergrund, den einstimmigen Beschluss der Bezirksversammlung umzusetzen: „Es wäre fatal, wenn die Prüfung ergeben würde, dass die genannten Alternativstandorte nicht geeignet sind.“ Genau dann müsse die  Transparenz gewahrt bleiben. Kannengießer: „Bei solch wichtigen Entscheidungen müssen wir die Bürger mitnehmen.“

Sven Hey, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion zeigt sich aufgeschlossen für die Suche nach einem ganz neuen „Abrigado“-Standort: „Aber nur, wenn die Arbeit der Drogenhilfe ununterbrochen gewährleistet werden kann.“ 

Bezirksamtsleiter schließt andere Dauerlösung nicht aus

Die Baugenehmigung erlaubt „51 Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende und eine Drogenberatungsstelle“ auf dem „Flurstück 301 in der Gemarkung Harburg“ (Buxtehuder Straße 31). Bezirksamtsleiter Carstensen hält das für eine klare Perspektive, um Drogenhilfe und Schulgelände räumlich zu trennen.  Er sagt aber auch: „Wenn es gelingt, einen besseren Standort zu finden, der sich auch noch kurzfristig realisieren lässt, müsste zwar eine andere Idee für das Erdgeschoss im Neubau gefunden werden, das wäre meines Erachtens aber unproblematisch.“ (ag)

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