Heimfeld - Mit einer festlichen Feier im Privathotel Lindtner hat der Harburger Architekt und Immobilienunternehmer Hermann Stein am Montag seinen 90. Geburtstag begangen. Rund 80 Gäste – darunter Familie aus aller Welt, langjährige Weggefährten und bekannte Persönlichkeiten aus Harburg – gratulierten im Heimfelder Privathotel Lindtner dem Jubilar, der den Bezirk über sechs Jahrzehnte mit seinen Bauprojekten geprägt hat.
Zu den Gästen zählten unter anderem Heinz Lüers, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Bauunternehmer Udo Stein, ein Neffe des Jubilars, sowie Prof. Rainer Maria Weiss, Direktor des Harburger Museums. Bei gutem Essen und vielen persönlichen Gesprächen stand das bewegte Leben des Architekten im Mittelpunkt.
Ein Leben für Harburg und die Architektur
Stein wurde 1936 im damaligen Krankenhaus Irrgarten geboren und ist in Eißendorf aufgewachsen – einem Stadtteil, dem er bis heute treu geblieben ist. Nach seinem Studium im Hoch- und Tiefbau startete er 1952 ins Berufsleben. 1964 machte er sich selbstständig und richtete sein erstes Büro in einem selbstgebauten Haus ein. Sein erster Auftrag war der Umbau einer Harburger Musikschule.
Nach dem Tod seines Vaters, ebenfalls Architekt, übernahm Stein gemeinsam mit seinem Bruder die verbliebenen Projekte. Schritt für Schritt baute er sein Büro aus, stellte Mitarbeiter ein und etablierte sich als feste Größe im Harburger Baugeschehen. Ein Herzinfarkt Anfang der 1970er Jahre bremste ihn zwar aus, doch dank seines Teams konnte der Betrieb weiterlaufen. 1974 eröffnete Stein ein größeres Büro mit zwölf Beschäftigten.
In den 1980er Jahren engagierte er sich im Gutachterausschuss der Stadt Hamburg. Ab 1996 konzentrierte er sich ausschließlich auf eigene Projekte und verzichtete auf private Bauherren.
Engagement für die Schützengilde und Kunst im öffentlichen Raum
Auch im gesellschaftlichen Leben Harburgs spielte Stein eine wichtige Rolle. Seit 1955 ist er Mitglied der Harburger Schützengilde, wurde 1964 Knopfsergeant, war von 1979 bis 1990 Mitglied der Deputation und wurde 1986 erstmals Gildekönig, 1997 erneut.
Darüber hinaus setzte er sich für Kunst im öffentlichen Raum ein – etwa für die Lämmerskulptur in der Lämmertwiete, den Tuba-Spieler auf dem Rathausplatz oder den Kubus vor dem ehemaligen Standesamt.
Wertschätzung eines Lebenswerks
„Hermann Stein ist wie sein Name: ein Fels in der Brandung“, würdigte Prof. Rainer Maria Weiss den Jubilar. „Er ist eine Institution in der Harburger Schützengilde und eine Institution als Architekt – seinen Gebäuden begegnet man jeden Tag. Und das Feiern hat er nie verlernt, auch nicht mit 90.“


