Die Harburger Kulturszene steht unter Druck. Viele Träger und Initiativen wissen nicht, wie es weitergeht. Foto: Christian Bittcher
Die Harburger Kulturszene steht unter Druck. Viele Träger und Initiativen wissen nicht, wie es weitergeht. Foto: Christian Bittcher
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450.000 Euro mehr für Harburgs Kultur: Antrag in der Bezirksversammlung

Harburg - Die Harburger Kulturszene steht unter Druck. Auslöser war ein Schreiben der Bezirksversammlung Harburg im Februar, in dem deutlich wurde, dass eine weitere Förderung laufender Projekte künftig nicht gesichert ist. Die daraus entstandene Verunsicherung ist in der Szene deutlich spürbar – viele Träger und Initiativen wissen nicht, wie es weitergeht.

„In den vergangenen Wochen hat SuedKultur intensive Gespräche mit den kulturpolitischen Sprechern der demokratischen Fraktionen der Bezirksversammlung geführt. Ziel war es, eine gemeinsame politische Linie zur Zukunft der Stadtteilkultur in Harburg zu entwickeln“, sagt Jan Schröder, Sprecher von SuedKultur. Das Ergebnis: Ein fraktionsübergreifender Antrag von Linken, Grünen, SPD, CDU, FDP und Volt, der am 28. April, in der Bezirksversammlung behandelt wird.

Darin wird gefordert, die Rahmenzuweisung für Stadtteilkultur im Doppelhaushalt 2027/28, um mindestens 450.000 Euro jährlich zu erhöhen – entsprechend der vom Bezirksamt angemeldeten strukturellen Mehrbedarfe. Eine Zustimmung in der Bezirksversammlung gilt als wahrscheinlich.

Gleichzeitig ist klar: Ein Beschluss der Bezirksversammlung ist lediglich eine Empfehlung an den Senat. Ob und in welchem Umfang die Forderung tatsächlich umgesetzt wird, bleibt offen. Jan Schröder, Sprecher von SuedKultur, erklärt: „Es ist ein wichtiges Signal, dass sich im Bezirk Harburg alle demokratischen Fraktionen hinter die Stadtteilkultur stellen. Aber entschieden ist damit leider ja noch nichts. Jetzt kommt es darauf an, dass der Senat auch handelt. Die Kulturszene im Bezirk Harburg kann nicht länger nur auf Sicht fahren. Harburg erhält die mit Abstand geringsten Zuteilungen von Stadtkulturmitteln in Hamburg. Wir aber benötigen feste und verlässliche Förderungen der soziokulturellen Initiativen im Bezirk.“

SuedKultur ruft daher dazu auf, die Sitzung der Bezirksversammlung am 28. April um 17:30 Uhr aktiv zu begleiten und Präsenz zu zeigen. Um 17:15 Uhr treffen sich alle Interessierten vor dem Harburger Rathaus, um dann gemeinsam zur Bezirksversammlung zu gehen.

Ziel ist es: - die akute Gefährdung der Harburger Kulturszene sichtbar zu machen - den fraktionsübergreifenden Beschluss politisch zu unterstreichen und zu unterstützen - den Druck auf den Senat zu erhöhen, die notwendigen Mittel bereitzustellen „Ohne ausreichende Finanzierung ist Stadtteilkultur nicht zu halten. Es geht um Orte der Begegnung, Teilhabe und des sozialen Zusammenhalts – gerade in einem Bezirk wie Harburg“, so Schröder weiter. SuedKultur setzt auf eine breite, gemeinsame Präsenz der Kulturszene vor Ort.