Harburg - Seit dem 10. Mai ist die S-Bahnstrecke auf dem neuralgischen Abschnitt zwischen Neugraben und Wilhelmsburg gesperrt. Weil dort laut einer CDU-Anfrage schon an normalen Tagen knapp 350 Züge über 120.000 Fahrgäste befördern, hatte die CDU gemeinsam mit Verkehrsexperten deutliche Nachbesserungen an dem erkennbar löchrigen Konzept des rot-grünen Senats für den Schienenersatzverkehr (SEV) gefordert.
Am langen Wochenende dann das Chaos: Aufgrund von Zug-Ausfällen drängten sich tausende Fahrgäste über Stunden an den Bahnsteigen in Harburg und an den Regionalbahngleisen am Hamburger Hauptbahnhof.
"Sowohl an den Gleisen als auch an den Auf- und Abgängen kam es zu einer Vielzahl gefährlicher Situationen und dramatischer Szenen. Senioren, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrer oder auch nur einfache Reisende mit viel Gepäck mussten unzumutbar lange vor den wenigen Aufzügen ausharren“, so Birgit Stöver.
Außerdem sagt sie: „Gleiches galt für die Sanitäranlagen im Harburger Bahnhof. Und der ohnehin unterdimensionierte Ersatzverkehr mit Bussen stand aufgrund der Sperrung der Bundesstraße B73 und damit einhergehender Verkehrsbehinderungen kurz vor dem Kollaps. Überfüllte Bussteige waren die Folge.“
Die Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete kritisiert die Zustände scharf: „Der rot-grüne „Alibi-Ersatzverkehr“ ist komplett entgleist. Die unhaltbaren Zustände verdienen den Begriff Ersatzverkehr schlichtweg nicht. Zehntausende Fahrgäste durften das rot-grüne Planungsdesaster der Verantwortlichen ausbaden.
Das reiseintensive lange Wochenende, den Wasserleitungsbruch in Harburg oder eine Oberleitungsstörung als Ursachen für die gestrige Chaos-Kaskade anzuführen, schlägt dem Fass den Boden aus. Denn weder ist der Himmelfahrtstag trotz seines Namens aus dem selbigen Gefallen, noch sind Infrastrukturmängel unabwendbare Schicksalsschläge. Die vielen Warnungen vor den Schwachstellen des Ersatzkonzepts für die Zeit der Sperrung des Harburger S-Bahntunnels sind schlichtweg ohne Reaktion an den Mauern der Verkehrsbehörde und des Senatsgeheges verhallt. Zum Wohle der Harburgerinnen und Harburger, aber auch aller sonstigen Reisenden müssen die ICE- und die IC-Züge zwischen Harburg und dem Hauptbahnhof unverzüglich für Nahverkehrskunden freigegeben werden. Hier gibt es keine Zeit mehr zu verlieren."
Stöver betont: "Seit 15 Jahren reden wir uns in Harburg den Mund fusselig, dass der von Bürgermeister und Verkehrssenator in Sonntagsreden vielfach beschworene ´Sprung über die Elbe´ endlich mit konkreten Maßnahmen verwirklicht werden muss. In dieser Zeit hätten selbst Infrastrukturmegaprojekte wie die Weiterführung der U4 über die Elbbrücken oder eine zweite S-Bahnelbquerung zwischen Harburg und Altona aufgegleist werden können. Stattdessen wird mit der U5 auch die nächste U-Bahnlinie nördlich der Elbe gebaut und zudem erneut durch den ohnehin hoffnungslos überlasteten Hauptbahnhof geführt.“
Der Chef der CDU Harburg und Bürgerschaftsabgeordnete aus Süderelbe, André Trepoll, erkennt in den zutage getretenen Problemen zugleich strukturelle Defizite der Verkehrspolitik der SPD-geführten Senate: „Selbst vergleichsweise einfach zu realisierende Maßnahmen wie Expressbuslinien zwischen Harburg und Altona oder die Verzahnung der hop-Shuttlebusse mit dem niedersächsischen Umland scheitern an der mittlerweile vertrauten rot-grünen Mischung aus Unwillen, Unvermögen und Kleinkariertheit. Diese toxische Mixtur kostet nicht nur die Harburgerinnen und Harburger Nerven und Lebenszeit, sondern die Unternehmen im Süden Hamburgs bis weit in die Metropolregion bares Geld.“
Außerdem sagt er: „Das gestrige rot-grüne Verkehrsfiasko hat daher nicht nur dem Vertrauen der Menschen in Busse und Bahnen als umweltfreundliche Alternative stark geschadet, sondern auch dem Ruf des Wirtschaftsstandortes Hamburg. Nach den gestrigen Szenen darf es daher kein Weiter so geben. Sämtliche Baustellenpläne der kommenden Jahre für den Süderelberaum gehören auf den Prüfstand. Solche Szenen kann sich eine Stadt, die sich anschickt, die größte Sportveranstaltung des Planeten auszurichten, kein zweites Mal leisten.“
Deshalb lautet seine Forderung: „Als weitere Sofortmaßnahme sollten, die im Einsatzgebiet Harburg verkehrenden hop-Shuttlebusse kurzfristig verdoppelt und für Fahrten zwischen Neugraben-Harburg und Hauptbahnhof ohne Aufpreis genutzt werden dürfen. Ergänzend sollten großzügige Taxi-Rabatte gewährt werden.“

