Harburg – Rund 260 Kurden haben am Sonntagnachmittag in der Harburger Innenstadt demonstriert. Das bestätigte ein Sprecher des polizeilichen Lagezentrums. Der Aufzug setzte sich gegen 16 Uhr am Seeveplatz in Bewegung, führte durch das Phoenix-Viertel und kehrte über den Harburger Ring zum Rathausplatz zurück.
Unter dem Motto „Defend Rojava“ machten die Teilnehmenden auf die Lage im kurdischen Autonomiegebiet in Nordsyrien aufmerksam. Zudem kritisierten sie die Situation vor der Stadt Kobane, wo türkische Streitkräfte in Stellung gegangen seien.
Im Phoenix-Viertel kam es zu einer angespannten Situation: Von einem Balkon in der Eddelbüttelstraße riefen mehrere Personen mit türkisch-nationalistischen Parolen in Richtung des Demonstrationszuges. Polizeikräfte verhinderten, dass aufgebrachte Teilnehmer zum Wohnhaus vordrangen. Die Demonstrierenden reagierten mit lautstarken Sprechchören, die Lage blieb jedoch unter Kontrolle.
Nach Angaben der Polizei verlief die Demonstration insgesamt friedlich. Bereits um 16.55 Uhr wurde die Versammlung auf dem Harburger Rathausplatz beendet – rund eine Stunde früher als ursprünglich geplant.
Während des Aufzugs kam es erneut zu erheblichen Einschränkungen im Harburger Busverkehr. Mehrere Linien mussten umgeleitet werden.

