Besonders erschreckend: 23 Fahrer bogen deutlich zu schnell ab – obwohl lediglich Schrittgeschwindigkeit erlaubt war. Foto: Lenthe-Medien
Besonders erschreckend: 23 Fahrer bogen deutlich zu schnell ab – obwohl lediglich Schrittgeschwindigkeit erlaubt war. Foto: Lenthe-Medien
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Einen Monat nach Simons Tod: Polizei kontrolliert Abbiegeverhalten von Lkw

Harburg – Einen Monat nach dem tödlichen Unfall des elfjährigen Simon hat die Polizei in Harburg erneut den Schwerlastverkehr ins Visier genommen. Der Junge war an der Winsener Straße von einem abbiegenden Lkw erfasst worden und noch an der Unfallstelle gestorben. Rund 500 Menschen gedachten ihm kürzlich bei einem emotionalen Rideout – ein Zeichen dafür, wie tief der Schock im Stadtteil sitzt.

Am Montag führten Einsatzkräfte deshalb eine gezielte Schwerpunktkontrolle an der Brücke des 17. Juni in Richtung Nartenstraße durch, einem Knotenpunkt, der besonders von Radpendlern genutzt wird. Zwischen 7.30 und 13 Uhr wurden 30 Lastwagen über 3,5 Tonnen aus dem Verkehr gezogen.

Das Ergebnis ist alarmierend: 23 Lkw‑Fahrer bogen deutlich zu schnell ab, obwohl an dieser Stelle nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. Ein Fahrer wurde sogar mit 30 km/h gemessen. Vier weitere Fahrer verstießen gegen die Anschnallpflicht.

Auch andere Verkehrsteilnehmer gerieten in den Fokus der Kontrolleure: Drei E‑Scooter‑Fahrer und ein Radfahrer wurden gestoppt, weil sie verbotenerweise den Gehweg befuhren.

Für besondere Gefahr sorgte ein leerer Heizöl‑Tanklastwagen, dessen Weiterfahrt sofort untersagt wurde. Der Reifen des Fahrzeugs war so stark beschädigt, dass die Karkasse bereits freilag.

Brisant ist zudem, dass sich unter den auffälligen Fahrzeugen mindestens zwei Linienbusse des HVV befanden, deren Fahrer ebenfalls gegen die vorgeschriebene Abbiegegeschwindigkeit verstießen.