Die Gäste des diesjährigen Königsessens: Vorne stehen unter anderem Franziska Wedemann, Christian Carstensen und Katharina Fegebank. Foto: Gilde
Die Gäste des diesjährigen Königsessens: Vorne stehen unter anderem Franziska Wedemann, Christian Carstensen und Katharina Fegebank. Foto: Gilde
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Königsessen: Schützengilde blickt auf 500 Jahre Geschichte und die Zukunft

Harburg - Tradition, Politik, Wirtschaft und Geschichte kamen beim diesjährigen Königsessen der Harburger Schützengilde von 1528 e.V. zusammen.

Die Harburger Schützengilde von 1528 lud wenige Tage vor Beginn des Vogelschießens zum traditionellen Königsessen in das Heimfelder Privathotel Lindtner. Dort nahmen viele Ehrengäste am Freitagabend an der Tafel des Königs Platz.

Bis in die frühen Morgenstunden feierten Mitglieder und Gäste einer Institution, die sich ihrem 500-jährigen Bestehen nähert.

Unter den Gästen befanden sich Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Bezirksamtsleiter Christian Carstensen, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority Jens Meier, Oberst Jörn Plischke, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, der Technische Geschäftsführer der AUG. PRIEN Gruppe Markus Buchhorn, die Vorsitzende des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden Franziska Wedemann, Unternehmer Heinz August Ernst sowie Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Landesvorsitzender der CDU Hamburg. (Hamburg)

Durch den Abend führte der 1. Patron der Gilde, Ingo Mönke, der in gewohnt launiger Weise die Gäste und ihre Gastgeber vorstellte. Dabei erinnerte er an ein ungelöstes Problem der Gilde: den historischen Vogelwagen. Seit Jahren suche dieser nach einer dauerhaften Unterkunft. Früher stand er in einer Remise – einem Gebäude zur Unterbringung von Wagen und Gerätschaften. Die ehemalige Remise dient heute als Fahrradabstellanlage der katholischen Schule.

Einen Ausblick auf die kommenden Jahre gab Bezirksamtsleiter Christian Carstensen. Er bekräftigte den Wunsch Harburgs, das Jubiläumsvogelschießen auf dem Schwarzenberg auszurichten. Die Verwaltung wolle die Voraussetzungen hierfür schaffen. Gleichzeitig müsse die geopolitische Lage bei langfristigen Planungen im Blick behalten werden.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte der Vortrag von Prof. Dr. Rainer-Maria Weiß, Landesarchäologe und Ehrenmitglied der Gilde. Er hatte das älteste und erste Königsschild der Harburger Schützengilde mitgebracht, das auf Herzog Otto I. zurückgeht. Die Gäste konnten das historische Objekt aus nächster Nähe betrachten.

Weiß bezeichnete das Königsschild als eine Art „Gründungsurkunde“ der Gilde. Solche frühen Zeugnisse seien selten erhalten geblieben. Häufig lasse sich die Entstehung historischer Vereinigungen heute nicht mehr eindeutig nachweisen. Gerade deshalb sei die Existenz dieses Objekts von besonderem Wert.

Der Archäologe richtete seinen Blick jedoch nicht nur zurück. Er zeigte sich erfreut über die zunehmende Verjüngung der Deputation. Die Harburger Schützengilde stelle damit die Weichen, um auch nach ihrem 500-jährigen Jubiläum eine lebendige und prägende Kraft im gesellschaftlichen Leben des Hamburger Südens zu bleiben.

Rainer-Maria Weiß hatte das älteste und erste Königsschild der Harburger Schützengilde mitgebracht, das auf Herzog Otto I. zurückgeht.