Heimfeld – Am Heisenberg-Gymnasium beginnt in diesen Tagen ein Bauvorhaben, das man im Stadtteil nicht übersehen wird. Wo bislang die Pausenhalle mit Hausmeisterwohnung und Musikräumen das Bild an der Triftstraße geprägt hat, entsteht ein neues, zweigeschossiges Gebäude, das dem gewachsenen Bedarf der Schule Rechnung trägt und zugleich einen deutlichen Qualitätssprung verspricht.
Seit Mitte Dezember wurde bereits entkernt – jetzt schlägt die Stunde des Abrissbaggers, der sich seit Dienstag Stück für Stück durch das alte Gebäude beißt (Foto).
Für viele ehemalige und aktuelle Schüler hängen an diesem Ort viele Erinnerungen. Genau deshalb ist der Blick nach vorn von großer Bedeutung, denn der Neubau ist nicht als bloße Erweiterung gedacht, sondern als neues Zentrum für Lernen, Begegnung und Kultur.
Schulleiter Malte Sorgenfrei erklärt: „In einem mehrmonatigen Prozess haben Schüler, Eltern, Kollegium und Architekturbüro gemeinsam geplant, welche Räume eine moderne Schule heute braucht, wenn sie mehr sein will als ein Ort, an dem Stundenpläne abgearbeitet werden. Herausgekommen ist ein Konzept, das Alltagstauglichkeit und besondere Momente gleichermaßen mitdenkt.“
Herzstück wird eine Mensa mit rund 400 Plätzen, die den Ganztag nicht nur organisatorisch absichert, sondern auch als Treffpunkt funktioniert. Direkt daran angeschlossen sind großzügige Bereiche, die das Ankommen, Austauschen und Verweilen erleichtern. Wer den Schulalltag kennt, weiß, wie viel Atmosphäre ein gut geplanter Mittelpunkt schafft, vor allem dann, wenn er nicht nach Provisorium aussieht, sondern nach einer dauerhaften Einladung.
Besonders sichtbar wird das an der neuen Multifunktionsfläche für Theater und Veranstaltungen. Eine ebenerdige Bühne und eine breite Tribünenlösung geben Aufführungen und Präsentationen künftig einen neuen Rahmen. Das passt zu einer Schule, die kulturelle Bildung nicht als Randnotiz versteht, sondern als Teil ihres Profils. Auch die gesamte Musik gewinnt deutlich. Neben zwei großzügigen Musikräumen entstehen zusätzliche Probenräume, die konzentriertes Üben ermöglichen. Die Planungen sehen Lösungen vor, die Musik und Ruhe zugleich schützen. Wer schon einmal versucht hat, Chor, Instrumentalproben und Unterricht unter einen Hut zu bringen, ahnt, wie sehr das den Alltag erleichtert.
Gleichzeitig entstehen weitere Unterrichtsräume und eine offene Lernlandschaft, die zeitgemäße Formen des Arbeitens unterstützt. Dort, wo Schüler nicht nur zuhören, sondern auch planen, forschen, präsentieren und im Team arbeiten, braucht es Raum, der genau dafür gemacht ist. Das Heisenberg-Gymnasium steht für eine klare Orientierung an wissenschaftlichen Arbeitsweisen und für die Verbindung von Lernen und Lebenswelt. Dass der Neubau Bereiche für differenziertes Arbeiten und Beratung mitdenkt, ist deshalb nicht Dekoration, sondern folgerichtig. Die Schule zeigt damit, dass Wachstum nicht nur eine Frage der Quadratmeter ist, sondern eine Entscheidung für Qualität.
Auch architektonisch setzt der Neubau ein Signal. Die geplante dunkelblaue Keramikfassade ist mehr als Gestaltung und lässt an einen Vorhang denken, der sich öffnet. Das ist ein selbstbewusstes Bild für einen Ort, an dem junge Menschen auftreten dürfen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Mit neu gestalteten Außenanlagen und zusätzlichen Fahrradstellplätzen verändert sich nicht nur das Gebäude, sondern das ganze Entrée. Das Heisenberg-Gymnasium wird an der Triftstraße ein anderes Gesicht bekommen: moderner, klarer, einladender.
Und während draußen gebaut wird, bleibt drinnen das, worauf es ankommt, zuverlässig bestehen. Der Schulbetrieb läuft weiter, Übergangslösungen sind detailliert durchdacht, Wege sind organisiert. Es entsteht kein provisorisches Unterrichtsbild, das man später schnell wieder vergessen möchte, sondern ein Neubau, der aus der Schule heraus gedacht ist und sich in das Gelände einfügt. Gerade mit Blick auf die anstehende Anmelderunde ist das eine gute Nachricht für alle Familien. Wer sich für das Heisenberg-Gymnasium interessiert, sieht nicht nur Bauzäune, sondern vor allem eine Schule, die investiert, die plant, die gemeinsam gestaltet und die sichtbar Verantwortung für die nächsten Jahre übernimmt.
Ein großer Erfolg war übrigens das erste Winterfest: Das Heisenberg-Gymnasium öffnete im Dezember ihre Tore zugleich als Tag der offenen Tür und verwandelte den Schulhof in eine stimmungsvolle Winterlandschaft. In liebevoll gestalteten Buden präsentierten die Fachbereiche ein vielfältiges Mitmachangebot von kleinen Experimenten über mathematische Rätsel bis hin zu sportlichen Aktionen wie Curling und Rudern.
Für das leibliche Wohl sorgten warme Getränke, Stockbrot, Pizza, Waffeln und Bratwürste. Auf der Bühne zeigten Orchester, Chor, Theater und Tanz eindrucksvoll die kulturelle Vielfalt der Schule ergänzt durch eine Chemie Show und solistische Beiträge.
Neben Feuerschale, Lichtinstallationen und dem Heisenberg Avatar bot der Abend Raum für zahlreiche Gespräche mit Schulleitung, Elternrat und Schulverein. Themen wie mentale Gesundheit und Begabungsförderung standen ebenso im Fokus wie die Vorstellung der Schule und der künftigen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer der kommenden fünften Klassen.
Das Winterfest wurde so zu einem Abend voller Begegnungen, Offenheit und gelebtem Heisenberg Spirit.
