Harburg – Gelungene Saisoneröffnung in der Bootswerft Peter Knief: Rund 100 Gäste folgten der Einladung am Karfreitag in die Werfthalle im Hafenbezirk 28, gleich neben der Schleuse, und genossen Freibier, Gulaschsuppe, Kaffee und Kuchen.
Die Bootswerft Knief besteht seit 1927, gegründet von Alfred Knief und wird seit 1980 von Peter Knief mit neu errichtetem Werftbetrieb weitergeführt. Der Bootsbauer befasst sich mit Neubauten besonderer Art.
Durch die Kombination von GFK- und Holzbauweise bleiben traditionelle Elb-H-Jolle und der Jugendwanderkutter erhalten.
Peter Knief ist der einzige Bootsbauer, der diese Einheitsklassen in hochwertiger Ausführung weiterhin herstellt. Die kleine Bootswerft bietet neben der Lagerung auch einen Yachthafen und die üblichen Serviceleistungen.
Der 85-jährige Werft-Besitzer Peter Knief denkt nicht an Ruhestand, wird sich wohl aber der Situation beugen müssen, wenn die Deich Erhöhung, und damit einhergehend der Deich-Sockel verbreitert wird, losgeht. Die Winde verschwindet, mit der tonnenschwere Schiffe den Slip hinauf oder abwärts ins Wasser gelassen werden, und die Halle abgerissen wird.
Neben dem großartigen Büfett gab es Musik mit Schifferklavier von den „Gesangsbrüdern Elbdeich Brummer“ und dem Hissen der Flagge gab es eine Rede vom Besitzer, in der er auf die heikle und unklare Perspektive der fast 100 Jahre alten Werft einging.
„Seit 8 Jahren geht es nun, dass wir um den Betrieb kämpfen. Es geht nicht um mich persönlich, es geht um die Werft, die weiter bestehen sollte“, sagte er. Die Alternative der Deicherhöhungskonstruktion wäre eine gerammte Schutzwand aus Stahl, so wie es in vielen anderen Bereichen bereits realisiert worden ist. Warum das hier nicht möglich sein soll, kann Peter Knief nicht verstehen: eine Spundwand ist zwar etwas teurer, aber dem Stehen Kosten der Entschädigung für den Werftbetrieb, Slip und Winde entgegen.
Ein kleiner Lichtblick: Kurzfristig hat Peter Knief den Pachtvertrag verlängert bekommen, bis Ende September 2026. Wohl auch, weil unklar ist, wann es mit den Vorbereitungen zum Brückenbau und der Deicherhöhung endgültig losgeht.



