Die Inklusions-Kita an der Elfenwiese in Marmstorf steht vermutlich vor dem Aus. Foto: Christian Bittcher
Die Inklusions-Kita an der Elfenwiese in Marmstorf steht vermutlich vor dem Aus. Foto: Christian Bittcher
Featured

Kita Elfenwiese: Bürgerschaft beschließt Schließung – Mahnwache als stiller Protest

Harburg – Der Kampf um den Erhalt der inklusiven Kita Elfenwiese in Marmstorf ist möglicherweise bereits verloren: Die Hamburgische Bürgerschaft hat den Schließungsplänen der städtischen „Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH“ zugestimmt. Damit steht fest: Der traditionsreiche Standort wird aufgegeben, Kinder und Fachkräfte sollen in eine andere Einrichtung verlegt werden.

„Die Antwort der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung auf den einstimmig gefassten Beschluss der Bezirksversammlung Harburg zur Sicherung der inklusiven frühkindlichen Bildung am Standort Elfenwiese ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich vor Ort engagieren“, kommentierte die Harburger Linksfraktion.

Und auch Ivonne Steinhorst vom "Bündnis Rettung Kita Elfenwiese" sagt: „Wir geben nicht auf! Wir kämpfen weiter um unsere Kita! Wir treffen wir uns nun jeden Montag von 17:30 Uhr bis18 Uhr zur "Mahnwache" vor der Marmstorfer Kirche zum stillen Protest."

Der Antrag der Linksfraktion wurde wie berichtet nach eingehender Debatte von allen Fraktionen unterstützt. Damit war das Aus wackelig, denn der Senat sollte Alternativen zur Schließung prüfen, lautete der gemeinsam Wille aus Harburg.

Simon Dhemija, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion Harburg: „Wir haben Transparenz eingefordert und Alternativen verlangt und den Erhalt inklusiver Standards angemahnt. Was wir bekommen haben, ist eine Abwehrhaltung und der Verweis auf eine angeblich autonome Entscheidung der Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH.“

Noch erschreckender ist jedoch etwas anderes: „Aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen (Drucksachen – Nr.: 22-1399.01) geht hervor, dass der Aufsichtsrat der Elbkinder bereits am 13.6.2025 die Schließung beschlossen hat“, heißt es, und weiter: „Die Mitarbeitenden wurden erst Monate später informiert. Im Jugendhilfeausschuss am 07.01. wurde wiederholt beteuert, dass die Entscheidung aufgrund der Entwicklung an Marderbefall sehr schnell erst im November gefällt worden ist. Und trotzdem wurden weiterhin neue Kinder aufgenommen, wurden eingewöhnt und Eltern fassten Vertrauen.“

Simon Dhemija: „Es ist unfassbar, dass mit dem Wissen um die bevorstehende Schließung weiterhin Kinder aufgenommen und eingewöhnt wurden. Wer so handelt, spielt mit den Gefühlen von Familien und mit der Sicherheit von Kindern. Und dann bekommen wir als Bezirksversammlung eine Antwort, die unseren demokratisch gefassten Beschluss faktisch ignoriert. Das ist eine Frechheit. Die Leidtragenden sind mal wieder die, die sich am wenigsten wehren können - unsere Kinder.“

Auch Ivonne Steinhorst kann es nicht glauben: „Das der Beschluss zur Kita -Schließung bereits am 13.06.2025 feststand und den Eltern via Elternbrief noch immer der Marder "aufgetischt" wurde, grenzt an kaum zu übertreffende Falschheit.“

Außerdem sagt Ivonne Steinhorst: „Kinder wurden noch im September 2025 aufgenommen und eingewöhnt, um sie dann im Folgenden in die Kita Baererstraße umzusiedeln. Wir Eltern fragen uns auch, wie die pädagogische Geschäftsführung der Elbkinder Vereinigung dazu steht. Der Umgang mit den Kindern, Eltern und Mitarbeitern ist unterirdisch!“