Blick in die Zukunft: So wird der südliche Teil der Fußgängerzone aussehen. Visualisierung: Bruun und Möllers
Blick in die Zukunft: So wird der südliche Teil der Fußgängerzone aussehen. Visualisierung: Bruun und Möllers
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Lüneburger Straße der Zukunft: Das ist der Siegerentwurf für Harburgs Fußgängerzone

Harburg – Das Interesse an der Zukunft der  Lüneburger Straße ist riesengroß: Neben der lokalen Presse waren am heutigen Mittwoch auch TV-Teams und Radiosender dabei, als im Harburger Rathausforum die Pläne für die Umgestaltung der Lüneburger Straße vorgestellt wurden.

Neun Konzepte hatten sich beworben, nun steht der Sieger fest: Der Entwurf der Landschaftsarchitekten „Bruun & Möllers“ setzte sich am Ende durch. Und es wird kein neuer Anstrich, es wird eine rundum Erneuerung. Mehr als 6,5 Millionen Euro stehen für die Umgestaltung bereit. Der Umbau soll 2028 beginnen und Abschnittsweise erfolgen.

Das Siegerkonzept des freiraumplanerischen Wettbewerbs zur Neugestaltung der Lüneburger Straße setzt auf ein markantes „rotes Band“, neue Aufenthaltsbereiche und mehr Grün. Mit der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse im Harburger Rathaus werden am Mittwoch die Visionen sichtbar und für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht.

Christian Carstensen, Bezirksamtsleiter Harburg: „Die Lüneburger Straße bildet zusammen mit der Seevepassage und dem Marktplatz Sand die zentrale Einkaufsmeile für den Bezirk und das gesamte Umland. Es wird Zeit, diesem identitätsstiftenden Ort ein modernes und ansprechendes Äußeres zu verleihen. Das Wettbewerbsergebnis unterstreicht den ernsthaften Willen der Stadt, die Lüneburger Straße für die vielen heutigen Nutzer attraktiver zu machen und früheren und künftigen Gästen in Zukunft einen Grund zum Neuentdecken zu geben. Allen Beteiligten, die zu der jetzt vorliegenden Planung beigetragen haben, danke ich herzlich.“

Und Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing ergänzt: „Mehr Grün, zwei einladende Aufenthaltsbereiche und ein Klinkerbelag, der sich wie ein roter Teppich durch Harburgs Hauptfußgängerzone zieht – so sehen die Entwurfsverfasser die Lüneburger Straße der Zukunft. Die Neugestaltung der Lüneburger Straße wird dazu beitragen, die Harburger Innenstadt wieder zu einem attraktiven, belebten urbanen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln.“

Die Fußgängerzone Lüneburger Straße prägt das Bild der Harburger Innenstadt, ist jedoch in die Jahre gekommen. Ihre Weiterentwicklung spielt eine zentrale Rolle für das RISE-Fördergebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost. Die geplante Neugestaltung soll lebendige Stadträume mit einladenden Aufenthaltsbereichen schaffen.

Im freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb haben neun Teams zukunftsweisende Konzepte erarbeitet. Fünf Teams wurden ausgewählt, ihre Entwürfe in einer zweiten Phase zu überarbeiten. Während des gesamten Verfahrens wurden Bürger, Eigentümer sowie Gewerbetreibende aktiv eingebunden und ihre Hinweise konnten in die Planung einfließen. Das Preisgericht entschied sich am Ende einstimmig für das Konzept von Bruun und Möllers mit BRP.

Nach erfolgreicher Beendigung des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs wird nun die Planung gestartet. Die Planungskosten umfassen rund 800.000 Euro und werden je zur Hälfte aus RISE-Mitteln und Mitteln der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) finanziert.

Einblicke ins Siegerkonzept:

Für die rund 11.000 Quadratmeter große Fußgängerzone sehen die Planenden eine Weiterführung des identitätsstiftenden „roten Bandes“ vor: Der ortstypische rote Klinker im Fischgrätverband wird in der Lüneburger Straße und den Nebenstraßen als „roter Teppich“ fortgeführt.

Entlang der Fußgängerzone sollen zwei Natursteininseln aus Granit das rote Band ergänzen und verschiedene Nutzungen wie Aufenthalts- und Begegnungszonen, Begrünung und Außengastronomie integrieren. Die Materialwahl unterstützt die barrierefreie Gestaltung und bietet taktile und visuelle Orientierung für sehbehinderte Menschen. Um an engen Stellen mehr Raum und optimierte Rettungsgassen zu schaffen, ist die Fällung von vier Bäumen vorgesehen. Gleichzeitig sind zahlreiche Neupflanzungen geplant. Alte, erhaltenswerte Bäume werden an ihren Standorten durch neue Beet Einfassungen aufgewertet und gesichert.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Lüneburger Tor, das sich zu einem platzartigen Raum öffnet und eine neue Aufenthaltsqualität bieten wird. Farbige Baumpflanzungen und ein bodenbündiges Wasserspiel schaffen einen attraktiven Ort für Spiel, Begegnung und Entspannung. Zudem soll der Platz künftig als multifunktionaler Raum erlebbar sein, so dass er für unterschiedliche Anforderungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden der Öffentlichkeit in einer Ausstellung im Harburger Rathaus präsentiert. Von Mittwoch, den 28. Januar bis Dienstag, den 17. Februar 2026 sind alle Entwürfe im Großen Saal des Harburger Rathauses (Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg) zu sehen. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses (montags bis freitags 8 bis16 Uhr) besichtigt werden.

Moritz Möllers von Bruun & Möllers vor dem Siegerentwurf. Foto: cb

Viel Grün, Sitzmöglichkeiten und Wasserspiele: Der Bereich am Lüneburger Tor. Grafik: Bruun & Möllers

Christian Carstensen (v.l.), Heiko Stolzenburg, Franz-Josef Höing und Moritz Möllers stellten den Entwurf vor. Foto: cb