Harburg - Der Harburger Stadtmaler Ralf Schwinge ist ab sofort mit einem eigenen E-Fahrzeug unterwegs. Eigentlich ist der 35-jährige überzeugter Motorradfahrer und seit rund 20 Jahren ausschließlich auf zwei Rädern anzutreffen, egal ob im Sommer oder im tiefsten Winter. „Selbst große Gemälde schnalle ich mir auf den Gepäckträger. Ich brauche diese Freiheit, die ich auf meinen Motorrädern habe“, sagt Schwinge.
Viele Harburger kennen ihn genauso. Mit Staffelei, Hocker, Farben und Leinwand beladen fährt er durch die Straßen und sucht nach neuen Motiven. Dennoch hat er sich nun für seine Arbeit zusätzlich ein kleines Fahrzeug mit vier Rädern zugelegt. Mit den stetig wachsenden Projekten in Hamburg wurde klar, dass eine weitere Möglichkeit der Fortbewegung sinnvoll ist. „Ich habe mich gefragt, was ich wirklich brauche. Etwas Auffälliges, etwas Praktisches. Und vor allem etwas, das zu mir passt“, erklärt er.
Die Entscheidung fiel auf einen kompakten Minitransporter mit 45er-Zulassung, der extra aus der Nähe von Frankfurt geliefert wurde. „Ein normaler Pkw wäre für mich völlig unnötig. Ich mag es klein und beweglich. Motorräder bleiben mein Hauptverkehrsmittel, aber dieser kleine Transporter ergänzt das perfekt.“ Das Fahrzeug, das in Deutschland unter dem Namen Elektrofrosch vertrieben wird, erreicht echte 52 km/h, hat eine Reichweite von etwa 80 bis 90 Kilometern und ist mit Heizung, Rückfahrkamera und allen nötigen Bedienelementen ausgestattet.
Natürlich wurde das Fahrzeug auch künstlerisch gestaltet. Eine große Zeichnung mit Hamburger und Harburger Gebäuden stellt sofort die Verbindung zu Schwinges Arbeit her und macht klar, wer hier unterwegs ist.
Unterstützt wurde das Projekt von mehreren Partnern. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Paletten Service Hamburg halfen finanziell bei der Anschaffung. Grafiker Sebastian Putensen und das Werbestudio Wendisch übernahmen die Gestaltung und die Folierung.
Das E-Fahrzeug wird ab sofort für Fahrten zu Projekten, Ausstellungen, Veranstaltungen, Kunstaktionen, Kursen und Kooperationen in ganz Hamburg genutzt. „Ich bin gerne vor Ort und bei den Menschen. Ich male vor Ort und mache Werbung für unseren Stadtteil. Das kann ich mit diesem Fahrzeug nun noch ein bisschen besser.“ Es unterstreicht Schwinges Anspruch, Kunst und Stadtentwicklung nicht nur kreativ, sondern auch nahbar und sichtbar zu gestalten.

