Wilhelmsburg/Kirchdorf Süd - Zwei massive Rohrbrüche haben am Wochenende in den SAGA-Hochhäusern am Karl-Arnold-Ring 53 und am Erlerring 10 erhebliche Schäden verursacht. Innerhalb weniger Stunden liefen große Mengen Wasser durch Treppenhäuser und Wohnungen, Aufzüge fielen aus, der Strom wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Rund 160 Haushalte waren betroffen – einige Wohnungen sind derzeit unbewohnbar.
Während die SAGA betont, Mitarbeitende seien „unmittelbar vor Ort“ gewesen, Unterkünfte seien organisiert und Reparaturen ab Montag eingeleitet worden, schildern zahlreiche Bewohner ein anderes Bild.
Viele berichten von fehlenden Informationen, chaotischen Abläufen und dem Gefühl, in einer akuten Notsituation allein gelassen worden zu sein. Einige erfuhren erst über Nachbarn oder Sicherheitskräfte, dass Hotelzimmer bereitstünden.
Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen litten unter der Situation: Ohne Aufzüge, Licht und Strom waren sie in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Die Versorgung übernahmen vielfach Nachbarn, lokale Initiativen und Vertreter der Linksfraktion, die spontan Essen, Lichtquellen und Unterstützung organisierten.
Kritik gibt es vor allem an der Kommunikation des städtischen Wohnungsunternehmens. Seit Jahren beklagen Mieter einen Sanierungsstau in den Gebäuden – bei gleichzeitig steigenden Mieten. Die aktuellen Schäden verstärken diese Sorgen.
Die Bewohner fordern nun schnelle und transparente Reparaturen sowie eine langfristige Instandhaltungsstrategie. Viele befürchten, dass ohne grundlegende Sanierung der nächste Defekt nur eine Frage der Zeit ist.


