Harburg – Wer am Montagmorgen mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren wollte, hatte schlechte Karten: Wegen des ver.di-Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr fuhren weder U-Bahnen noch Busse. Nur vereinzelt sah man am Vormittag einen HVV-Bus durch Harburg fahren.
Etwa 500 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst der Länder sowie dem Hamburger Nahverkehr haben am Montag in Harburg für bessere Bezahlung und verbesserte Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Kundgebung begann um 10 Uhr auf dem Harburger Rathausplatz, wo sich zunächst rund 300 Mitarbeiter aus Landesbehörden versammelten.
Trotz eisiger Temperaturen schlossen sich zahlreiche Beschäftigte aus Bezirksämtern, Hochschulen und der Technischen Universität Hamburg dem Warnstreik an. Im Verlauf des Vormittags vereinigten sie sich mit einer Demonstration von Bus- und U-Bahn-Fahrern, die geschlossen von den Betriebshöfen des HVV über den Harburger Ring zum Rathausplatz zogen.
Mit gemeinsamen Sprechchören wie „Heute ist kein Arbeitstag- heute ist Streiktag“ oder „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ machten die Teilnehmer gemeinsam auf ihre Forderung von mehr Zeit, mehr Geld und mehr Personal aufmerksam.
Gewerkschaftsvertreter kritisierten vor den Teilnehmenden scharf, dass die Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt hätten. Dies komme einer Nullrunde gleich und bedeute angesichts der hohen Inflation eine reale Lohnkürzung. Ein solches Vorgehen sei für die Beschäftigten nicht akzeptabel und stoße auf großes Unverständnis.
Für die Landesbeschäftigten ist es bereits der zweite Warnstreik in der laufenden Tarifrunde. Dass sich nun auch Mitarbeitende der Hochbahn beteiligten, sei konsequent, betonten die Gewerkschaften. Sie fordern eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent sowie eine zusätzliche Hamburg-Zulage für Beschäftigte in Großstädten.
Die Auswirkungen des Streiks waren im Stadtbild deutlich sichtbar: Der U-Bahn-Verkehr kam vollständig zum Stillstand, Busse fuhren nur vereinzelt. In Harburg selbst hielten sich die Einschränkungen am Vormittag jedoch in Grenzen, da viele Menschen auf alternative Verkehrsmittel auswichen oder im Homeoffice blieben. Lediglich während des Demonstrationszuges kam es zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen.
Mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde äußerten die Streikenden die Hoffnung, dass die Arbeitgeber nun ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Sollte dies ausbleiben, rechnen die Gewerkschaften mit einer weiter steigenden Beteiligung an den kommenden Streiktagen.
Der Demonstrationszug in der Harburger Innenstadt. Foto: cb

