Harburg - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Amtliche Warnung vor Schneefall für Freitag am heutigen Tag noch einmal verschärft. Angesichts der zu erwartenden starken Schneefälle mit bis zu 15 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen durch starke Winde appelliert der Hamburger Senat, am morgigen Freitag möglichst zuhause zu bleiben, auf nicht unbedingt nötige Fahrten zu verzichten und bei Aufenthalten im Freien, insbesondere bei der Teilnahme am Straßenverkehr, besondere Vorsicht walten zu lassen.
Die Schulbehörde hat den Unterrichtsbetrieb für Freitag ausgesetzt und die Schulen am Donnerstag darüber informiert. Trotz des Unterrichtsausfalls stellen die Hamburger Schulen eine Betreuung für diejenigen Schüler sicher, die nicht zu Hause bleiben können und deswegen zur Schule kommen. Alle Schulsporthallen bleiben ab heute Nachmittag und zunächst bis einschließlich Montag, 12. Januar, gesperrt.
Die Friedhof-Standorte der Hamburger Friedhöfe bleiben bereits ab dem heutigen Donnerstagabend aus Sicherheitsgründen für den Publikumsverkehr geschlossen.
Gleichzeitig arbeiten alle Hamburger Behörden und städtischen Betriebe mit Hochdruck daran, die Auswirkungen der schwierigen Witterung so gering wie möglich zu halten. Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) befindet sich hierfür seit Tagen im Volleinsatz: Mit rund 730 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen konzentrieren sich die Räum- und Streuarbeiten prioritär auf wichtige Hauptverkehrsadern, Verbindungsstraßen, Busstrecken sowie ein ausgewähltes Radwegenetz und Fußgängerüberwege. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, kommt auf Geh- und Radwegen seit gestern ergänzend Salz zum Einsatz; die bisherige Wirkung wird als positiv bewertet.
Angesichts der enormen Schneemengen, die eine Ausnahmesituation darstellen, stoßen die Räumarbeiten jedoch an Grenzen. Eine durchgehende schnee- und eisfreie Fahrbahn ist bei anhaltendem Niederschlag nicht flächendeckend zu gewährleisten, zumal diese Mengen nicht durch den Einsatz von Streumitteln aufgelöst werden können. Zudem gilt die etablierte Arbeitsteilung: Während die SRH die Sicherung der Straßeninfrastruktur übernimmt, sind auf den Gehwegen die Eigentümer in der Räumpflicht. Die Umweltbehörde warnt zudem: Das Betreten von Eisflächen auf Gewässern ist streng untersagt, es besteht akute Lebensgefahr! Ebenso wird vor dem Aufenthalt in Wäldern und Grünanlagen gewarnt, da hier große Gefahr durch Schneebruch herabbrechender Äste besteht.
Auch die Hamburger Verkehrsunternehmen bereiten sich intensiv darauf vor, die witterungsbedingten Einschränkungen im ÖPNV möglichst schnell zu beseitigen und Fahrgäste und Reisende fortlaufend zu informieren. Die HOCHBAHN hält zusätzliche Busse bereit, um punktuell bei möglichen Ausfällen unterstützen zu können. Im U-Bahn-Bereich sind rund um die Uhr Kollegen im Räumdienst unterwegs. Hierbei kommt neben dem Reinigungsdienst der Hochbahn auch zusätzliches Personal zum Einsatz. Außerdem steht die HOCHBAHN mit Dienstleistern im Austausch, um bei Bedarf zusätzliche Unterstützung zu erhalten. Auch die S-Bahn wird zusätzliche Ressourcen bereitstellen, unter anderem zur stabilen Nutzung von Weichen und zum Enteisen von Stromschienen.
Die Verkehrsbehörde hatte in dieser Woche bereits eine Allgemeinverfügung erlassen, in der das in Hamburg geltende Nutzungsverbot von Tausalz ab sofort bis 21. Januar aufgehoben wird. Hamburger können in dieser Zeit klassisches Tausalz auf die Wege streuen, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen. Der Senat reagiert damit auf die anhaltende und außergewöhnliche winterliche Witterung.
Die Feuerwehr Hamburg stellt sich ebenfalls auf vermehrte Einsätze der Technischen Hilfe und im Rettungsdienst ein. Die Hamburger Krankenhäuser hatten zuletzt bereits ihr Personal in der Unfallchirurgie und den Notaufnahmen aufgestockt.
Die kundenorientierten Bereiche in den Bezirks- und Finanzämtern sowie der HamburgService werden den Betrieb morgen der Wetterlage anpassen. Bürger sollten prüfen, ob sie eventuelle Termine verlegen können und mit ihren Anliegen auf nächste Woche oder einen späteren Zeitpunkt ausweichen.

