Trauer in Harburg und Buchholz: Journalist Wolfgang Becker ist gestorben
Wolfgang Becker starb wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag. Foto: privat
Wolfgang Becker starb wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag. Foto: privat
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Trauer in Harburg und Buchholz: Journalist Wolfgang Becker ist gestorben

Von Wolfgang Gnädig

Harburg/Buchholz - Seine Frau Gaby Münchow-Becker, seine beiden Kinder, viele Freunde, aber auch seine ehemaligen Kollegen aus der früheren Redaktion der Harburger Anzeigen und Nachrichten (kurz HAN), die ihr Erscheinen im September 2013 aus wirtschaftlichen Gründen einstellen musste, von "Business & People" (B&P) des Stader/Buxtehuder Tageblatts, und auch viele Journalisten-Kollegen trauern um Wolfgang Becker, der am Dienstag nach langer und sehr schwerer Krankheit im Buchholzer Krankenhaus viel zu früh gestorben ist - und das wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag.

Der ehemalige langjährige HAN-Chefredakteur und Lokalchef Thomas Oldach aus Heidenau schwärmt noch heute von der großartigen Zusammenarbeit mit seinem früheren Kollegen und einstigen Stellvertreter: „Wolfgang Becker war, Mister Harburg`. In seiner Zeit bei den HAN von 1983 bis 2013 hat er vom Volontariat bis zum stellvertretenden Lokalchef mit seinem Wirken viel für Harburg bewegt und erreicht. Seine wortgewandte, pointierte und immer überparteiliche Schreibe gehörten zum Besten, was der Journalismus in Hamburg zu bieten hatte. In der gemeinsamen Zeit bei den HAN wurde aus dem Kollegen auch ein Freund, der mit Ideen unterstützte, immer loyal war, aber sich auch mit Kritik nicht zurückhielt. Ein durch und durch wunderbarer, humorvoller für den Journalismus brennender Mensch ist viel zu früh gegangen. Hatte er doch noch so viel vor. Ich bin unendlich traurig und vermisse ihn sehr."

Wolfgang Becker war in Harburg aufgewachsen und schloss seine Schulzeit mit dem Abitur am damaligen Eißendorfer Gymnasium Göhlbachtal ab. Anschließend absolvierte er seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr, die er als Oberleutnant der Reserve verließ.

Danach begann er seine großartige Wunschkarriere als Lokaljournalist. Das brachte ihm unter anderem von Kollegen auch das Lob "Edelfeder" ein. Wolfgang Becker war auch schriftstellerisch aktiv. Sein erster Titel hieß "Käpt’n Birnbaum und der Letzte seiner Art" - "Erinnerungen an eine Kindheit in der 1960er-Jahren". Das zweite Buch hieß "Begegnungen mit einem sprechenden Cordanzug". Sein letztes Werk, das er - schon geschwächt duch die Krankheit - schrieb, hieß "Zwei Stühle, Gerhard Schröder und ich". Darin verarbeitete er auch humoristisch Erinnerungen an seine Tätigkeiten in der Redaktion der HAN und bei B&P.

Seine Kollegen erinnern sich auch gern an Beckers Humor. Einer seiner Sprüche war "Schweine im Weltall". Sein Kollege Andreas Dey: "Wolfgang war nicht nur ein großartiger Journalist mit einer wunderbaren Schreibe, sondern auch ein toller Typ."

Zu den letzten Menschen, die Wolfgang Becker im Buchholzer Krankenhaus besucht haben. gehörte auch der jetzt in Buchholz lebende ehemalige Hamburger Wirtschaftssenator und Vorsitzende der Geschäftsführung der Harburger Firma Harburg-Freudenberger Maschinebau GmbH, Frank Horch, der von 2011 bis 2018 im Hamburger Rathaus mit den damaligen Ersten Bürgermeistern Olaf Scholz und Peter Tschentscher zusammengearbeitet hatte.