Waren von Annedores Nachricht sehr berührt (von links nach rechts): Pflegefachkraft Caro Erichs, stellvertr. Pflegedienstleiterin Katrin Goetzke, Hospiz-Leiterin Britta True, Pflegefachkraft Katrin Coring, Sozialpädagogin Lara-Joy Köhler und Hauswirtschaftskraft Aga Bukowska. Foto: DRK-Harburg
Waren von Annedores Nachricht sehr berührt: Pflegefachkraft Caro Erichs (v.l.), stellvertr. Pflegedienstleiterin Katrin Goetzke, Hospiz-Leiterin Britta True, Pflegefachkraft Katrin Coring, Sozialpädagogin Lara-Joy Köhler und Hauswirtschaftskraft Aga Bukowska. Foto: DRK-Harburg
Featured

Unerwartete Mail ans DRK-Hospiz: Verstorbene hinterlässt berührende Nachricht

Langenbek - "Ich war total überrascht, als ich ihren Namen las", erinnert sich Britta True an den Moment, als sie vor einigen Tagen ihr E-Mail-Postfach öffnete. Denn in ihren Mails fand die Leiterin des "Hospiz für Hamburgs Süden" eine Nachricht mit dem Namen einer Frau, die einige Zeit zuvor im DRK-Hospiz verstorben war. Skeptisch öffnete True die Nachricht - und las die Worte, die das gesamte Team berührten.

Verfasst wurde die E-Mail von Annedore, einer Hospizgästin, die rund einen Monat im Hospiz für Hamburgs Süden in Langenbek betreut worden war. Zu Lebzeiten hatte sie veranlasst, dass ein Verwandter ihre Dankesworte nach ihrem Tod an das Team sendet. In der Mail bedankt sie sich für die liebe- und respektvolle Pflege - und für viele kleine Gesten, die ihr den Alltag erleichterten: Nackenmassagen, ein Lächeln, ein wärmendes Kuscheltier und ein echtes Pony, das ihr sogar einen Besuch in ihrem Zimmer abstattete. "Euer Mut und Euer Gewissen haben Euch veranlasst, Grenzen zu sprengen, ohne sich Anordnungen zu widersetzen. Ihr seid Vorbilder für uns alle. Ich umarme Euch, Eure Annedore", schrieb sie zum Schluss.

Im Hospiz wurde Annedore als sehr herzliche, freundliche und humorvolle Frau erlebt. Sozialarbeiterin Lara-Joy Köhler erinnert sich: "Sie hatte immer ein nettes Wort, war sehr dankbar." Der Besuch von Pony Smartie sei für sie ein Highlight gewesen - dem Pony der externen Physiotherapeutin Manja. Sein Einsatz ist ehrenamtlich - ein Gewinn für das auf Spenden angewiesene Hospiz. "Der Besuch vom Pony war für sie etwas ganz Besonderes", so Köhler.

Individuelle Zuwendungen sind Teil der Arbeit im Hospiz für Hamburgs Süden. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung legt das Team großen Wert auf Würde und Autonomie bis zuletzt. "Jeder und jede, den und die wir begleiten, wird als die Person gesehen, die sie ist", sagt Köhler. Diese Haltung prägt auch die internen Abschiedsrituale, bei denen sich die Mitarbeitenden regelmäßig gemeinsam an verstorbene Gäste erinnern, um Erlebtes zu verarbeiten und bewusst Abschied zu nehmen.

Das Hospiz für Hamburgs Süden verfügt über zwölf Betten, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt etwa einen Monat. Interessierte können sich an das Haus wenden, um das Haus und das Team niedrigschwellig kennenlernen.

Die Dankesmail von Annedore hat bei den Mitarbeitenden des DRK-Hospizes einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihre Nachricht ist für das Team nicht nur Anerkennung, sondern ein sehr besonderer Dank für die tägliche Arbeit, die sie mit viel Herzblut leisten.