Wilhelmsburg – Das Krankenhaus Groß-Sand wird geschlossen. Der Verwaltungsrat der zuständigen Pfarrei St. Maximilian Kolbe im Hamburger Süden hat am 17. März 2026 beschlossen, den Krankenhausbetrieb in Groß-Sand zum 30. Juni 2026 einzustellen.
Bereits im vergangenen Jahr waren die Notaufnahme und die chirurgische Abteilung geschlossen worden. Die Rahmenbedingungen im Zuge der Gesundheitsreform lassen eine tragfähige Fortführung des Krankenhausbetriebs nicht zu.
Die Mitarbeitenden des Krankenhauses wurden am heutigen Mittwoch über die Entscheidung informiert. Am Standort sind jetzt noch 350 Mitarbeitende beschäftigt. Gemeinsam mit der Mitarbeitenden-Vertretung wird nun das weitere Vorgehen gestaltet. Die personellen Folgen der Schließung werden gemeinsam mit der Mitarbeitenden Vertretung verantwortungsvoll gestaltet. Ziel ist der Abschluss eines Sozialplans, der den Mitarbeitenden Planungssicherheit gibt.
Es ist beabsichtigt, den Versorgungsauftrag für die neurologische Frührehabilitation künftig im Katholischen Marienkrankenhaus Hamburg fortzuführen. Ein entsprechender Antrag wird bei der zuständigen Behörde gestellt. Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Entscheidung im Rahmen der Krankenhausplanung.
Im Namen des Trägers erklärte der Verwaltungsdirektor des Erzbistums Hamburg, Alexander Becker: „Wir wissen, dass diese Entscheidung für viele Mitarbeitende mit großer Enttäuschung verbunden ist. Die Entscheidung steht ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit der medizinischen und pflegerischen Qualität der Arbeit in Groß-Sand. Unser besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden für ihre engagierte Arbeit am Standort Groß-Sand."
Die Patientenversorgung am Standort ist bis zum 30. Juni 2026 sichergestellt. Das Medizinische Versorgungszentrum Groß-Sand (MVZ) ist von der aktuellen Entwicklung nicht betroffen und wird weiterhin Patientinnen und Patienten versorgen.
Das Erzbistum unterstützt darüber hinaus die Bemühungen der Freien und Hansestadt Hamburg, in Wilhelmsburg eine Stadtteilklinik zu errichten. Die Verhandlungen über den Verkauf der Liegenschaft Groß-Sand an die Freie und Hansestadt Hamburg sind noch nicht abgeschlossen. Die nächsten Schritte werden gemeinsam mit allen Beteiligten verantwortungsvoll umgesetzt.


