Harburg - Als Interessenvertretung der älteren Bürger im Landkreis Harburg suchte der Kreis-Seniorenbeirat (KSB) das Gespräch mit der Sparkasse Harburg Buxtehude. Der KSB-Vorsitzende Roger Grewe traf jetzt in Winsen Sparkassen-Vorstand Frederik Schröder zum Thema „Digitalisierung“ mit Blick auf ältere Menschen und wie die Sparkasse damit umgeht. Begleitet wurde Grewe von KSB-Vorstandsmitglied Hannelore Buls und Beiratsmitglied Hans Wille.
Auslöser für das Treffen waren zuvor Berichte und Hinweise älterer Menschen, die Probleme mit der neuen digitalen Welt haben. Das betrifft auch den Umgang mit Themen wie dem Online-Banking und Banken-Apps auf dem Smartphone. „Die Geldinstitute steuern ihre Kunden seit längerem auf die Online-Abwicklung ihrer Geldgeschäfte um. Für Ältere sind damit zahlreiche Probleme verbunden“, berichtet Hans Wille. Hinzu komme, so Wille, dass zeitglich auch im Landkreis Harburg Filialen der Volksbank geschlossen sowie Servicezeiten der Sparkasse reduziert würden. Der Kreisseniorenbeirat fragte daher bei Sparkassen-Vorstand Frederik Schröder nach, wie man hierbei Abhilfe schaffen könne. Auch mit dem Volksbank-Vorstand hatte es dazu bereits fruchtbare Gespräche gegeben.
Das Anliegen des KSB wurde von Frederik Schröder mit großem Verständnis aufgenommen. Er erklärt, dass die Sparkasse hier ein klares Konzept habe und keine Standortschließungen plane. „Wir wollen dort, wo es sinnvoll ist, auch zukünftig persönlich vor Ort für unsere Kunden da sein. Weil uns die Nähe zu unseren Kunden wichtig ist.“ Wo das mal nicht darstellbar ist, böten digitale Angebote eine praktische Ergänzung für alltägliche Bankgeschäfte. Denn auch die Sparkasse müsse auf den zunehmenden Fachkräftemangel und das veränderte Kundenverhalten reagieren, um langfristig eine flächendeckende Versorgung der Menschen im Landkreis sicherstellen zu können.
Auch bekräftigte Frederik Schröder, dass man weiterhin in gut geschultes Personal investiere, um die Menschen gut zu beraten und sie in die digitale Welt mitzunehmen. Auch sei die Sparkasse infolge des Gesprächs mit dem KSB in die konkreten Planungen für eine Veranstaltung zur Unterstützung älterer Kunden rund um das Thema Online-Banking gegangen. Diese soll noch im Oktober in Winsen stattfinden.
Darüber hinaus empfiehlt er älteren Kunden grundsätzlich, nicht zu zögern, bei Fragen auf die Serviceberater zuzugehen. „Die Kolleginnen und Kollegen lösen finanztechnische und auch digitale Fragen zusammen mit den Kunden und Kundinnen. Die meisten vermeintlichen Probleme stellen sich bei genauem Hinsehen als lösbar heraus.“
An der Digitalisierung kommt heute also keines der Geldinstitute mehr vorbei, so die Erkenntnis auch in diesem Gespräch. Entscheidend ist aus Sicht der Sparkasse jedoch, unterschiedliche Zugänge zu Bankdienstleistungen zu ermöglichen und die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Das gelte insbesondere für die älteren Kundinnen und Kunden, so Schröder. Nicht zuletzt können digitale Serviceangebote viele alltägliche Bankgeschäfte einfach, sicher und unabhängig von Öffnungszeiten ermöglichen – Vorteile, die im normalen Schalterbetrieb so nicht immer gegeben wären.
Dennoch dürfe man die alten Menschen nicht vergessen, mahnte Roger Grewe und nannte zahlreiche Beispiele. Dazu habe die Sparkasse eine gute Motivation und bietet auch bei Bedarf individuelle Lösungen an, auch wenn man nicht den digitalen Weg gehen könne, antwortet Sparkassenvorstand Frederik Schröder. Es werde alles darangesetzt, den traditionellen Versorgungsauftrag der Sparkassen zu erfüllen, und dazu werde nach Möglichkeit auch weiterhin der Service-Gedanke mit dem entsprechenden „Personal vor Ort“ beibehalten. Dass sich auch die Kunden auf neue Erfordernisse umstellen müssen, kann und soll nicht verschwiegen werden. Aber ihre Kundenfreundlichkeit will die Sparkasse auf jeden Fall erhalten und damit ihrem besonderen Auftrag als Finanzpartner auch in der Fläche, erfüllen.
KSB- und Sparkassen-Vorstand sind sich darin einig, dass individuelle Probleme von älteren Menschen an dieser Stelle nicht pauschal gelöst werden können. Es ist erforderlich, dass Kunden die angebotene Hilfestellung der Sparkasse suchen und nutzen. Frederik Schröder versichert, dass es immer eine Lösung gebe.
KSB und Sparkasse wollen zu diesen Fragen in Kontakt zu bleiben. Es dürfe gerade bei den alltäglichen Geldgeschäften von älteren Bürgerinnen und Bürgern niemand zurückgelassen werden.


