Harburg - Die durch die Stadtteile Harburg, Marmstorf und Eißendorf verlaufende Bremer Straße hat als Bundesstraße 75 (B75) eine überragende Bedeutung für den regionalen und überregionalen Verkehrsfluss im Hamburger Süden. Rund 22.000 Fahrzeuge nutzen diese wichtige Verkehrsader durchschnittlich an einem normalen Werktag, darunter knapp 1.500 Lastkraftwagen (Lkw) und andere schwere Fahrzeuge. Baumaßnahmen auf dieser wichtigen Verkehrsader kommen buchstäblich einer Operation am offenen Herz gleich.
Die wesentliche Grundinstandsetzung der Bremer Straße war vom rot-grünen Senat ursprünglich bereits für 2020/2021 geplant und angekündigt, dann jedoch immer wieder verschoben worden. Zuletzt hieß es, der Sanierungsbeginn sollte Mitte 2026 starten.
Der zentrale, lebenswichtige Eingriff an diesem „Patienten“ verzögert sich nun aber erneut. Dies geht aus der Senatsantwort auf eine aktuelle Anfrage (Drs. 23/5227) des Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten, André Trepoll, hervor. Denn für das Herzstück des 2024 begonnenen Großprojektes, der Grundinstandsetzung von Höhe Sunderweg bis zur Harburger Umgebung sind die Ausführungsplanungen immer noch nicht abgeschlossen. Aktuell werde die Schlussverschickung vorbereitet. Weder zum Baustart noch zum Fertigstellungstermin kann der Senat belastbare Informationen vorlegen, so Trepoll.
„Die Sanierung der Bremer Straße darf nicht zu einer unendlichen Geschichte mit ungewissen Ausgang werden. Dafür ist die verkehrliche Bedeutung innerstädtisch und für das niedersächsische Umland einfach zu groß. Anwohner, Gewerbetreibende und Pendler brauchen hier schnellstmöglich Klarheit, was wann auf sie zukommt. Zugleich muss die Stadt auf Arbeiten im Mehrschichtsystem setzen und darf auch vor Wochenendarbeit nicht zurückschrecken, um die Bauzeit zu verkürzen“, fordert Trepoll.
Der CDU-Kreisvorsitzende erkennt in der Senatsantwort aber auch positive Aspekte. So wurden die von HAMBURG WASSER (HW) begleitend durchgeführten Erneuerungen von Trinkwasserleitungen an mehreren Abschnitten mittlerweile abgeschlossen. Weder Parkplätze noch Bäume gingen dadurch verloren. Bisher sind dafür Kosten in Höhe von 380.000 Euro angefallen, die Schlussabrechnung steht aber noch aus.
Außerdem haben die von der Autobahn GmbH des Bundes (AdB) zu verantworteten Arbeiten im südlichen Abschnitt der Bremer Straße zwischen der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf und Hamburg-Marmstorf/Lürade Mitte Februar endlich begonnen.
Trepoll erkennt diese Fortschritte an: „HAMBURG WASSER hat geliefert und die Autobahn GmbH des Bundes ist bei der Bremer Straße auf einem guten Weg. Nun muss die Stadt in Form des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer nachziehen und alle Energie in dieses für unseren Bezirk wichtige Projekt investieren. Dann kann auch dieses Bau-Drama noch ein „Happy End“ bekommen.“


